Beginnen wir mit einer Definition, bevor wir uns dem eigentlichen Thema nähern. Das Autorenkollektiv von Wikipedia beschreibt Amazonen wie folgt:
„Als Amazonen werden in griechischen Mythen und Sagen einige Völker bezeichnet, bei denen Frauen ‚männergleich‘ in den Kampf zogen. Antike Autoren verorteten Amazonen in verschiedenen Regionen am Schwarzen Meer: im oder nördlich des Kaukasusgebiets, vor allem aber im nordanatolischen Teil des Pontosgebiets, in dem ihre Hauptstadt Themiskyra am Thermodon gelegen haben soll.“
Diese Definition ist für unser Thema zentral. Die Amazone steht ihrem männlichen Pendant, dem Krieger, in nichts nach. Sie ist stark, widerstandsfähig und im Kampf bewährt. In der griechischen Mythologie fordern Amazonen große Helden heraus. Diese müssen sich ihnen stellen, um sich zu bewähren, um eine Aufgabe zu erfüllen oder um vor den Göttern und der eigenen Geschichte bestehen zu können.
Nun könnte der linke Betrachter vorschnell behaupten, diese Erzählungen seien nichts anderes als patriarchale Fantasien: Der männliche Held bezwinge die kriegerische Frau, um sie aus einer männlich konnotierten Domäne zu verdrängen und sie in ihre vermeintlich „angestammte Rolle“ zurückzudrängen.
Doch diese Lesart greift zu kurz. Herakles bezwingt die Königin der Amazonen nicht aus bloßer Dominanzsucht. Er handelt im Rahmen seiner auferlegten Aufgaben, seiner Buße und seiner mythischen Prüfung. Gerade darin liegt ein entscheidender Punkt: Wenn es eines Halbgottes bedarf, um diese Frauen zu besiegen, dann ist das keine Herabwürdigung der Amazone. Es ist ein Lob ihrer Stärke.
Was aber bedeutet „Amazone“ in unserem modernen westlichen Kontext des 21. Jahrhunderts?
Es geht nicht mehr um griechische Sagengestalten, abgelegene Reiche oder antike Schlachten. Es geht um eine notwendige Erweiterung des Begriffs. Die Amazone ist heute kein archäologisches Kuriosum und keine Fantasyfigur. Sie ist ein Leitbild für eine Frau, die sich nicht entrechten, nicht entwaffnen, nicht ideologisch dressieren und nicht in eine passive Rolle drängen lässt.
Denn seit Jahren erleben wir im Westen einen massiven Angriff auf echte Weiblichkeit, auf Gleichberechtigung, auf körperliche Sicherheit und auf die psychische Unversehrtheit von Frauen. Es handelt sich nicht bloß um einen Kulturkampf. Es ist längst ein Kulturkrieg geworden. Das eigentliche Problem besteht darin, dass viele jener Institutionen, die Frauen schützen sollten, versagt haben. Manche haben geschwiegen. Manche haben beschwichtigt. Manche haben die Realität aus ideologischer Angst verleugnet.
Gefangen in ihren Elfenbeintürmen reagieren viele Politiker, auch aus nicht-linken Parteien, hilflos oder ausweichend, sobald es um konkrete Gefahren für Frauen geht. Gerade in links-grün dominierten Großstädten, in denen konservative, rechte und sicherheitsorientierte Positionen über Jahre zurückgedrängt wurden, haben sich Zustände entwickelt, die der Bürger nicht länger hinnehmen darf.
Öffentliche Räume, Bahnhöfe, Parks, Schwimmbäder, Schulhöfe und ganze Stadtviertel sind nicht mehr selbstverständlich sichere Orte. Frauen spüren diese Veränderung oft früher als Männer, weil sie ihren Alltag unmittelbarer danach ausrichten müssen: Welche Straße nehme ich? Wann fahre ich nach Hause? Wer steht hinter mir? Kann ich hier noch allein joggen, feiern, warten, leben?
Seit 2015 hat sich dieses Unsicherheitsgefühl in vielen Teilen Deutschlands verschärft. Messerangriffe, Gruppenvergewaltigungen, sexuelle Belästigung, Gewalt im öffentlichen Raum und religiös motivierte Frauenverachtung sind keine abstrakten Phänomene. Sie sind Teil einer Realität, über die man offen sprechen muss, ohne sich sofort von einer moralischen Zensurinstanz belehren zu lassen.
Dabei geht es nicht um pauschale Schuldzuweisungen nach Herkunft, sondern um Verhalten, Ideologie, Rechtsstaatlichkeit und kulturelle Kompatibilität. Wer Frauenrechte ernst nimmt, darf über Gewaltmilieus, islamistische Parallelstrukturen, patriarchale Ehrvorstellungen und staatliches Wegsehen nicht schweigen.
Die Leidtragenden sind in erster Linie Frauen.
Doch Frauen in Deutschland sind nicht nur körperlich bedroht. Sie sind mehrfachen Angriffen ausgesetzt. Sie werden durch Medien, Influencer, Aktivisten und ideologische Milieus mit einem Weltbild überzogen, das ihnen einredet, ihre eigene Zivilisation sei das eigentliche Problem.
Ihnen wird erklärt, sie seien privilegiert, wenn sie sichere Grenzen fordern. Ihnen wird eingeredet, es sei unmoralisch, für regulierte Einwanderung einzutreten. Ihnen wird nahegelegt, traditionelle Familie, Mutterschaft und häusliche Stabilität als rückständig zu betrachten. An die Stelle von Familie, Verantwortung und gewachsener Ordnung tritt der künstliche Lifestyle der „Slay Queen“, der „Girlboss“-Pose und der dauerpolitisierten Selbstinszenierung.
Doch was bleibt davon übrig, wenn die Kamera ausgeschaltet ist? Was bleibt übrig, wenn die Aktivistenparole nicht mehr trägt? Was bleibt übrig, wenn das echte Leben beginnt: Beziehung, Ehe, Kinder, Alter, Pflege, Einsamkeit, wirtschaftliche Unsicherheit, Gewalt, Angst im öffentlichen Raum?
Die zentrale Frage lautet daher: Lassen wir diese Entwicklung zu?
Lassen wir zu, dass Frauenrechte unter dem Banner des Antirassismus relativiert werden? Lassen wir zu, dass ausgerechnet jene Milieus, die sich selbst als feministisch bezeichnen, bei islamistischer Frauenverachtung, Vollverschleierung, religiösem Druck, Ehrengewalt und patriarchaler Kontrolle plötzlich verstummen? Ergeben wir uns einem Bündnis aus linker Politik, aktivistischer Medienkultur und islamistischen Machtansprüchen, das auf den Straßen teilweise Seite an Seite marschiert und seine eigene Intoleranz als moralische Überlegenheit verkauft?
Nein. Das sollten wir nicht.
Doch solche Sätze enthalten leider oft ein „Aber“. Und dieses Aber ist entscheidend. Es bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung. Einer Anstrengung, die auch vor Frauen nicht haltmachen darf, die diese Entwicklung ablehnen. Konservative, traditionelle, freiheitliche und rechte Frauen müssen ein Stück weit die Vorstellung aufgeben, es gebe noch eine unberührte heile Welt, in die man sich einfach zurückziehen könne. Diese Welt wird bedrängt. Unsere Lebensweise wird belagert. Unsere öffentlichen Räume werden umkämpft. Unsere Begriffe werden umdefiniert. Unsere Töchter werden ideologisch bearbeitet. Ohne Gegenwehr verlieren wir jeden Tag ein Stück Boden.
Was bedeutet das konkret?
Mehr Kriegerprinzessin Xena, weniger Heidi Reichinnek
Sollen nun alle Frauen zur Bundeswehr? Wenn man mich fragt: Ja, zumindest sollte eine einjährige Grundausbildung für alle Staatsbürger ernsthaft diskutiert werden, unabhängig von Geschlecht und Religion. Alternativ könnte bei ausreichender Rekrutenzahl ein verpflichtendes soziales Jahr vorgesehen werden. Doch das ist nicht der Kern dieses Artikels.
Es geht um etwas Grundsätzlicheres: einen Gesinnungswandel.
Wir müssen anerkennen, dass Teile der Gesellschaft unsere westliche Kultur und Lebensweise nicht nur aufgegeben haben, sondern sie aktiv ablehnen. Wir müssen anerkennen, dass es politische, religiöse und ideologische Kräfte gibt, denen die freie, selbstbewusste, europäische Frau ein Dorn im Auge ist. Und wir müssen anerkennen, dass selbst manche Politiker im rechten Spektrum vor Medienkampagnen zurückweichen, statt die Interessen der schweigenden Mehrheit zu vertreten.
Jeder geduldete islamistische Machtanspruch verschiebt die gesellschaftliche Skala ein Stück weiter in Richtung Unterdrückung der Frau. Vollverschleierung, Kinderehen, Ehrengewalt, religiöse Kontrolle, moralische Überwachung und die Abwertung weiblicher Freiheit sind keine Folklore. Sie sind politische Signale. Wer sie beschönigt, verteidigt nicht Vielfalt, sondern kapituliert vor Unfreiheit.
Genug der Schwarzmalerei?
Die entscheidende Frage ist: Wie können wir heute dagegen bestehen? Wie können Frauen sich diesem Angriff auf ihre Rechte, ihre Würde und ihre Sicherheit widersetzen? Indem sie zu Amazonen werden.
Damit sind nicht die theatralisch kreischenden Social Justice Warriors gemeint, deren politische Meinung oft schon an Habitus, Slogans und Gruppenzugehörigkeit ablesbar ist. Gemeint ist auch nicht die Frau, die sich Stärke nur auf ein T-Shirt drucken lässt. Es geht um tatsächliches Handeln. Es geht um Disziplin, Selbstbehauptung, Wehrhaftigkeit und geistige Klarheit. Es geht um Frauen, die nicht darauf warten, dass irgendeine Institution sie rettet. Es geht um Frauen, die lernen, sich selbst, ihre Kinder, ihre Familie, ihr Eigentum und ihre Freiheit zu verteidigen.
Große Frauengestalten hat es in der gesamten Geschichte gegeben. Frauen, die herrschten, kämpften, organisierten, heilten, lehrten, schrieben, gründeten, bewahrten und Widerstand leisteten. Es geht hier nicht um einen Kampf der Geschlechter. Es geht nicht darum, Männer zu ersetzen oder Weiblichkeit zu vermännlichen. Es geht darum, Frauen die Fähigkeiten, die Räume und die innere Haltung zu geben, mit denen sie sich gegen Übergriffigkeit, ideologische Manipulation und gesellschaftliche Entmündigung behaupten können.
Der moderne Feminismus hat Frauen viel zu lange eingeredet, sie seien stark, wenn sie empfindlich genug reagieren. Doch Stärke entsteht nicht aus Dauerempörung. Stärke entsteht aus Selbstkontrolle. Aus körperlicher Präsenz. Aus ökonomischer Mündigkeit. Aus familiärer Verwurzelung. Aus Mut. Aus Grenzen. Aus der Fähigkeit, Nein zu sagen und dieses Nein notfalls auch durchzusetzen.
Eine Amazone ist keine Karikatur. Sie hasst Männer nicht. Sie verachtet Familie nicht. Sie lehnt Mutterschaft nicht ab. Sie muss auch nicht laut, vulgär oder ständig politisiert auftreten. Im Gegenteil: Gerade eine konservative Frau kann Amazone sein, weil sie etwas zu verteidigen hat. Ihre Würde. Ihre Kinder. Ihr Zuhause. Ihre Kultur. Ihre Freiheit. Ihre Weiblichkeit.
Wie kann dies geschehen? Das sind zehn konkrete Vorschläge, um die Resilienz der Frau in Deutschland zu stärken
- Leichterer Zugang zu Pfeffersprays, rechtssicheren Abwehrmitteln und Schutztechnik: Frauen müssen in die Lage versetzt werden, sich im Ernstfall wirksam zu verteidigen. Dazu gehört ein leichterer, klar geregelter Zugang zu legalen Abwehrmitteln wie Pfefferspray, Alarmgeräten, Sicherheits-Apps, Taschenalarmen und geprüfter Schutztechnik. Entscheidend ist nicht blinde Aufrüstung, sondern rechtssichere Selbstbehauptung. Wer Frauen ständig erklärt, sie sollten „auf sich aufpassen“, ihnen aber zugleich jedes wirksame Mittel zur Verteidigung erschwert, betreibt Symbolpolitik. Ein freiheitlicher Staat vertraut seinen Bürgerinnen mehr als seinen Formularen.
- Stärkere Kontrollen von Polizei und Hilfsdiensten im Nachtleben: Das Nachtleben ist für viele Frauen kein Raum unbeschwerter Freiheit mehr, sondern ein Ort ständiger Vorsicht. Clubs, Bahnhöfe, Volksfeste, Großveranstaltungen und Ausgehviertel benötigen stärkere Präsenz von Polizei, Ordnungsdiensten, Rettungskräften und speziell geschultem Sicherheitspersonal. Sichtbare Kontrolle ist keine Einschränkung der Freiheit, sondern ihre Voraussetzung. Wenn Frauen nachts nur noch in Gruppen, mit Standortfreigabe und Notrufbereitschaft unterwegs sind, ist der öffentliche Raum bereits beschädigt. Sicherheit muss dort beginnen, wo Risiko entsteht.
- Geförderte Selbstverteidigungskurse an Schulen, Universitäten und in der Ausbildung: Selbstverteidigung sollte kein Luxus für jene sein, die Zeit und Geld dafür haben. Mädchen und junge Frauen brauchen früh Zugang zu praktischer Selbstbehauptung: Körpersprache, Stimme, Distanzgefühl, Deeskalation, Flucht, Schlaghemmung, Bodenkampf und rechtliche Grundlagen. Solche Kurse gehören an Schulen, Berufsschulen, Universitäten und Ausbildungsstätten. Es reicht nicht, jungen Frauen theoretisch Selbstbewusstsein zu predigen. Sie müssen körperlich erfahren, dass sie nicht hilflos sind. Diese Erfahrung verändert Haltung, Blick, Gang und Entscheidungskraft.
- Stärkung der Mutterschaft und Mutterrolle: Eine Kultur, die Mutterschaft abwertet, entwertet ihre eigene Zukunft. Frauen müssen frei entscheiden können, ob sie Mutter werden möchten, aber diese Entscheidung darf nicht länger als Rückschritt, Abhängigkeit oder mangelnder Ehrgeiz diffamiert werden. Die Mutterrolle ist keine private Nebensache, sondern eine tragende zivilisatorische Leistung. Wer Kinder erzieht, Werte weitergibt und Familie stiftet, erfüllt eine Aufgabe von höchster gesellschaftlicher Bedeutung. Moderner Feminismus muss Mutterschaft wieder ehren, statt sie ideologisch zu verdächtigen.
- Finanzielle Bildung für Frauen: Echte Selbstbestimmung braucht ökonomische Mündigkeit. Frauen sollten früh lernen, wie Einkommen, Eigentum, Verträge, Altersvorsorge, Schulden, Steuern, Investitionen und unternehmerische Freiheit funktionieren. Finanzielle Bildung schützt vor Abhängigkeit, schlechten Beziehungen, staatlicher Bevormundung und späterer Altersarmut. Sie ermöglicht Entscheidungen aus Stärke statt aus Not. Eine Amazone des 21. Jahrhunderts kennt nicht nur ihre Rechte, sondern auch ihre Finanzen. Sie weiß, was sie besitzt, was sie verdient, was sie unterschreibt und wofür sie Verantwortung übernimmt.
- Frauen brauchen keine permanente Politisierung ihres Privatlebens: Nicht jede private Entscheidung einer Frau ist ein politisches Manifest. Ob sie heiratet, Mutter wird, Karriere macht, zu Hause bleibt, traditionell lebt oder unabhängig wirtschaftet, darf nicht permanent von Aktivisten bewertet werden. Der moderne linke Feminismus hat viele Frauen in eine ideologische Dauerschleife gezwungen: Jedes Kleid, jede Beziehung, jedes Kind, jede Vorliebe wird politisch gedeutet. Freiheit bedeutet aber, ohne Gesinnungsprüfung leben zu dürfen. Frauen brauchen weniger Belehrung, weniger Kampagnen und mehr echte Wahlfreiheit.
- Mehr weibliche Sicherheitskräfte in bestimmten Einrichtungen: In vielen sensiblen Bereichen braucht es mehr weibliche Sicherheitskräfte: Frauenhäuser, Schulen, Schwimmbäder, Bahnhöfe, Notaufnahmen, Flüchtlingsunterkünfte, Veranstaltungen und Jugendeinrichtungen. Das hat nichts mit Symbolquote zu tun, sondern mit Vertrauen, Ansprache und praktischer Lagebeurteilung. Frauen wenden sich in bestimmten Situationen eher an weibliches Personal, gerade bei Belästigung, Bedrohung oder sexueller Gewalt. Zugleich zeigen weibliche Sicherheitskräfte ein wichtiges Vorbild: Schutz, Autorität und Durchsetzungsfähigkeit sind nicht männlichen Rollen vorbehalten.
- Konsequente Abschiebung nichtdeutscher Gewalttäter nach rechtsstaatlichem Verfahren: Wer als Gast, Schutzsuchender oder Geduldeter in Deutschland schwere Gewalt begeht, besonders gegen Frauen, hat sein Aufenthaltsrecht verwirkt. Das muss nach rechtsstaatlichem Verfahren konsequent umgesetzt werden. Frauenrechte enden nicht dort, wo migrationspolitische Ideologie beginnt. Ein Staat, der über Sicherheit spricht, aber ausreisepflichtige Gewalttäter duldet, sendet ein fatales Signal an Opfer und Täter. Humanität ohne Ordnung wird zur Grausamkeit gegenüber den eigenen Bürgern. Rechtsstaatliche Konsequenz ist kein Extremismus, sondern Mindeststandard staatlicher Selbstachtung.
- Schutz weiblicher Sportkategorien: Frauen haben eigene Sportkategorien nicht aus Zufall, sondern wegen realer biologischer Unterschiede. Wer diese Kategorien aus ideologischen Gründen aufweicht, zerstört faire Wettbewerbsbedingungen für Mädchen und Frauen. Der Schutz weiblicher Sportklassen ist daher kein Randthema, sondern eine Frage von Leistungsgerechtigkeit, körperlicher Sicherheit und weiblicher Sichtbarkeit. Frauen dürfen nicht erst mühsam Räume erkämpfen, um sie anschließend aus politischer Feigheit wieder zu verlieren. Echte Gleichberechtigung bedeutet, Unterschiede dort anzuerkennen, wo sie entscheidend sind.
- Verbot von Burka und Vollverschleierung, Hilfe beim Ausstieg aus islamistischen Milieus und harte Konsequenzen bei Ehrengewalt: Vollverschleierung ist kein neutrales Kleidungsstück, sondern in vielen Kontexten ein Symbol weiblicher Auslöschung aus dem öffentlichen Raum. Ein freiheitlicher Staat muss religiöse Praxis schützen, aber er darf Unterwerfungszeichen nicht romantisieren. Frauen, die aus islamistischen oder streng patriarchalen Milieus aussteigen wollen, brauchen Schutzwohnungen, Beratung, finanzielle Hilfe, rechtliche Unterstützung und sichere Anlaufstellen. Bei Ehrengewalt, Zwangsheirat und religiöser Kontrolle braucht es besondere Konsequenz. Wer Frauen im Namen von Ehre unterdrückt, greift die Grundordnung direkt an.
Die beiden größten Bedrohungen liegen heute in der Allianz aus linker Realitätsverweigerung und islamistischem Machtanspruch. Die einen liefern die moralische Tarnung, die anderen nutzen die Lücken. Die einen rufen „Antirassismus“, sobald man über Frauenrechte in patriarchalen Milieus sprechen will. Die anderen verstehen diese Schwäche als Einladung. So entsteht ein politischer Nebel, in dem Täter verschwinden, Opfer verstummen und jede Kritik an den Zuständen zur „Hetze“ erklärt wird.
Dabei ist genau diese Sprachkontrolle ein Teil des Problems. Wenn eine Frau Opfer von Gewalt wird, braucht sie keine Belehrung darüber, welche Begriffe gerade erlaubt sind. Sie braucht Schutz, Gerechtigkeit und eine Gesellschaft, die den Täter benennt. Wenn ein sogenanntes Goldstück wieder einmal als tragischer Einzelfall durch die Nachrichten gereicht wird, obwohl jeder längst das Muster erkennt, dann ist die Verhöhnung perfekt. Man trauert nicht mehr um das Opfer. Man verwaltet den Diskurs. Man schützt nicht die Frau. Man schützt das Narrativ.
Dennoch darf die Wehrhaftigkeit der traditionellen Rolle nicht vernachlässigt werden. Es geht ausdrücklich nicht darum, Frauen an den Herd zu befehlen. Es geht darum, dass Frauen ohne gesellschaftliche Ächtung eine traditionelle Rolle ausfüllen dürfen, wenn sie diese Rolle selbst wählen. Eine Frau, die Mutter sein will, ist nicht weniger frei als eine Frau, die Karriere machen will. Eine Frau, die zu Hause Kinder erzieht, ist nicht weniger wert als eine Frau, die ein Unternehmen führt. Freiheit bedeutet nicht, dass alle Frauen denselben Weg gehen müssen. Freiheit bedeutet, dass sie ohne ideologische Beschämung wählen können.
Gerade hier liegt der Verrat des modernen linken Feminismus. Er behauptet, Frauen von alten Zwängen zu befreien, errichtet aber neue Zwänge. Die Frau darf alles sein, solange es in das progressive Drehbuch passt. Sie darf laut sein, bindungslos sein, karrierefixiert sein, antinational sein, religionskritisch gegenüber dem Christentum sein, familienkritisch sein und sich als dauerempörte Aktivistin inszenieren. Aber wehe, sie ist konservativ. Wehe, sie will Mutter sein. Wehe, sie will Grenzen. Wehe, sie spricht über Gewalt im öffentlichen Raum. Wehe, sie sagt, dass ein importiertes Frauenbild nicht dadurch harmlos wird, dass es von linken Akademikern mit soziologischen Begriffen gepolstert wird.
Darum müssen gleich mehrere Problemstellen in Deutschland angegangen werden.
Kinderbetreuung ist vielerorts zu schlecht, zu unflexibel und zu unzuverlässig. Wer Familien stärken will, darf Eltern nicht mit Sonntagsreden abspeisen. Mütter brauchen echte Wahlfreiheit. Diese entsteht nicht durch moralische Appelle, sondern durch verlässliche Strukturen. Eine Frau, die arbeiten möchte, braucht Betreuungsplätze. Eine Frau, die länger bei ihren Kindern bleiben möchte, braucht gesellschaftliche Anerkennung und finanzielle Spielräume. Eine familienfreundliche Politik zwingt Frauen nicht in ein Modell. Sie ermöglicht mehrere Lebensentwürfe, ohne einen davon zu beschämen.
Ebenso müssen staatlich geförderte Organisationen kritisch geprüft werden, wenn sie traditionelle Rollenbilder pauschal angreifen. Es kann nicht Aufgabe des Steuerzahlers sein, Projekte zu finanzieren, die Familie, Mutterschaft, Vaterschaft, Ehe und nationale Kultur grundsätzlich problematisieren. Eine Demokratie darf streiten. Aber sie muss nicht jede ideologische Umerziehungsanstalt alimentieren. Wer traditionelle Frauen verachtet, darf das privat tun. Er sollte dafür aber nicht automatisch öffentliche Mittel erhalten.
Hinzu kommt der Mangel an sicheren Städten und öffentlichen Räumen für Frauen und Mädchen. Sicherheit ist nicht nur Polizeistatistik. Sicherheit ist gelebter Alltag. Eine Stadt ist dann sicher, wenn Mädchen ohne Angst zur Schule gehen, Frauen nachts nach Hause fahren, Mütter mit Kinderwagen Parks nutzen und ältere Frauen Bahnhöfe nicht meiden müssen. Wer öffentliche Räume verliert, verliert Freiheit. Wenn Schwimmbäder, Schulen, Bahnhöfe und Parks zu Konfliktzonen werden, zieht sich zuerst die anständige Bevölkerung zurück. Danach übernehmen jene, die keine Rücksicht kennen.
Der Staat hat in wichtigen zivilen Räumen zu viel Kontrolle verloren.
Das betrifft nicht nur Kriminalität, sondern auch Autorität. Lehrer, Bademeister, Polizisten, Sicherheitskräfte und Schaffner erleben täglich, dass Regeln nur so viel wert sind wie ihre Durchsetzung. Wenn Respekt vor Frauen, vor Amtsträgern und vor dem Recht nicht eingefordert wird, entsteht ein Vakuum. In dieses Vakuum stoßen Clans, Islamisten, Jugendbanden, Aktivisten und jene Goldstücke, die angeblich immer nur ganz zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Dazu gehört auch die klare Zurückweisung jeder Forderung nach Scharia oder religiöser Sonderordnung. Wer in Deutschland lebt, lebt unter deutschem Recht. Punkt. Es gibt keine kulturelle Ausnahme für Frauenunterdrückung. Keine religiöse Entschuldigung für Zwangsheirat. Keine Milieutoleranz für Ehrengewalt. Keine Paralleljustiz für Familienclans. Keine Nachsicht für Prediger, die Frauen als minderwertig betrachten. Der freiheitliche Rechtsstaat muss gerade dort hart sein, wo seine Feinde seine Toleranz ausnutzen.
Vor allem aber braucht es eine Rückkehr zu den echten Problemen. Wenn eine Frau getötet, vergewaltigt oder schwer verletzt wird, dann ist die erste Antwort nicht eine Demo gegen rechts. Die erste Antwort ist Gerechtigkeit für das Opfer, Schutz für weitere potenzielle Opfer und eine nüchterne Analyse der Ursachen. Wer jede Gewalttat sofort gegen jene instrumentalisiert, die seit Jahren vor genau diesen Entwicklungen warnen, betreibt moralische Täterentlastung. Das Opfer verschwindet hinter dem Kampf gegen die falsche Meinung.
Der Täter wird zum bedauerlichen Produkt der Umstände. Und der Bürger, der Fragen stellt, wird zum eigentlichen Problem erklärt.
Das ist die Perversion unserer Zeit.
Der neue konservative Feminismus muss deshalb anders aussehen. Er muss weiblich sein, ohne schwach zu sein. Er muss familiär sein, ohne unfrei zu sein. Er muss freiheitlich sein, ohne naiv zu sein. Er muss hart gegenüber Tätern sein, ohne Frauen zu Opfern zu erziehen. Er muss Grenzen verteidigen, ohne die Würde des Einzelnen zu verlieren. Er muss Mutterschaft ehren, ohne Frauen darauf zu reduzieren. Er muss Mädchen beibringen, dass sie nicht nur Ansprüche haben, sondern Fähigkeiten entwickeln müssen.
Lieber rechte Süßmäuse als linke Social Justice Warriors
Am Ende steht die einfache Frage: Welches Frauenbild braucht eine freie Gesellschaft? Die dauerhaft empörte Aktivistin, die jede Tradition verachtet, aber vor echter Frauenunterdrückung die Augen verschließt? Oder die selbstbewusste Frau, die Familie, Freiheit, Weiblichkeit und Wehrhaftigkeit nicht als Widerspruch begreift?
Die Antwort liegt auf der Hand. Der moderne Feminismus braucht keine neuen Matronen und keine linken Social Justice Warriors. Er braucht Frauen, die wissen, wer sie sind, was sie schützen wollen und wofür sie stehen. Frauen, die nicht gegen ihre eigene Kultur erzogen wurden, sondern sie mit Würde weitertragen. Frauen, die nicht Männer hassen, sondern Schwäche verachten. Frauen, die nicht nach ideologischer Erlaubnis fragen, wenn sie Mutter, Ehefrau, Unternehmerin, Kämpferin oder Bürgerin sein wollen.

